Wegtreten! Ein General muss gehen. Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen mustert ihren Chefausbilder aus. Generalmajor Walter Spindler wird gefeuert und muss die Verantwortung für die unhaltbaren Vergehen, die mangelnde Aufklärung und die nicht gezogenen Konsequenzen übernehmen. Pfullendorf, Bad Reichenhall und Sondershausen – die Serie der Exzesse wollte nicht enden.
Demütigungen, Quälereien, die verschiedensten Formen der Gewalt gegen hilf- und schutzlose Soldatinnen und Soldaten, die oft erst spät ans Licht kommen, manche davon wohl nie. Erniedrigungen, die als Mutproben und Aufnahmeprüfungen ausgegeben werden, sadistische Ausbildungspraktiken bis hin zur sexuellen Nötigung werfen immer wieder die Frage auf, was für ein Geist in manchen Teilen der Truppe auch heute noch herrscht.
Von der Leyen will jetzt genauer hinschauen, die Mängel in der Führung und die Defizite bei der Ausbildung aufarbeiten. Mit dem Exempel, das sie jetzt mit der Demission ihres Chefausbilders statuiert, setzt sie auf Abschreckung. Wer schweigt, vertuscht, wegschaut, muss mit Konsequenzen rechnen.
Das Signal kommt allerdings spät, und die Verteidigungsministerin muss sich fragen lassen, warum sie nicht schon früher entschlossen gehandelt hat. Das Prinzip der Inneren Führung darf nicht zu einer leeren Worthülse verkommen, sondern muss ständig gelebt werden.
