Gorleben gleich Atomendlager – diese Gleichung gilt nicht mehr. Mit der Vereinbarung zwischen Bundesregierung und Niedersachsen, die Erkundung im Wendland zu beenden und den Betrieb rund um das Salzbergwerk fast auf Null zu fahren, ist Schluss mit jedweder Vorfestlegung. Ein historischer Tag. Nach fast zwei Milliarden Euro Erkundungskosten wird die Suche wieder auf „Los“ gestellt. Einzig wissenschaftliche Kriterien, die die neu gebildete Atom-Kommission aus allen gesellschaftlichen Bereichen – im Konsens (!) – in den nächsten zwei Jahren erarbeiten muss, werden an ein künftiges Atomendlager angelegt. Nicht ausgeschlossen, dass dann schon Gorleben endgültig von der Karte möglicher Standorte verschwindet.

Die neue Suche beginnt jedoch mit einer schweren Hypothek: dem völligen Vertrauensverlust der Bürger zur Politik in dieser Frage. In der Vergangenheit wurde getrickst, getäuscht und gelogen, um Gorleben durchzusetzen. Der neue Anlauf kann nur gelingen, wenn absolute Transparenz jeden einzelnen Schritt begleitet.