Für viele Bewohner und Einsatzkräfte in den Hochwassergebieten waren die Weihnachtsfeiertage und der Jahreswechsel keine Zeit für Ruhe und Besinnung, keine Zeit zum Feiern. Es war Stress. Und der hält zu Jahresbeginn weiter an. Der Deutsche Wetterdienst sagt für diese Woche erneut unwetterartigen Dauerregen voraus, der die Pegelstände an vielen Flüssen und Bächen wieder steigen lassen dürfte. Es besteht die Sorge, dass die aufgeweichten Deiche den Niederschlägen nicht mehr standhalten und sich die Situation weiter verschlimmert. Das ist die Lage Anfang 2024. Für die Betroffenen ist sie physisch und mental belastend. Ein beschwingter Start ins neue Jahr sieht anders aus.

Nun sind in Notsituationen die vermeintlich Verantwortlichen rasch ausgemacht. Doch so schnell die Vorwürfe und Forderungen erhoben sind, so schnell ist der Handlungsbedarf auch wieder vergessen, wenn die akute Katastrophe ausgestanden ist – zumindest bei denjenigen, die von deren Folgen nicht unmittelbar betroffen sind.

Doch in Zeiten einer existenziell bedrohlichen Klimakrise darf unsere Gesellschaft sich diese Katastrophendemenz nicht mehr leisten. Überschwemmungen und Fluten, aber auch Dürreperioden und Waldbrände werden in Zukunft häufiger und heftiger werden. Darauf muss man sich einstellen, und dafür braucht es mehr Katastrophenschutz und Klimaanpassung.

Insofern in es ein Schritt in die richtige Richtung, dass bereits Reformen angestoßen und Mittel für neue Ausrüstung aufgewendet wurden. Und auch, dass der Bundestag im November ein Gesetz zur besseren Klimaanpassung beschlossen hat, das in diesem Jahr in Kraft treten soll. Die Bemühungen dürfen aber nicht nachlassen. Katastrophenschutz ist keine Aufgabe nur in der akuten Not, sondern eine dauerhafte.