Plötzlich ging alles ganz schnell. Deutlich mehr Geld für die gut zwei Millionen Angestellten von Bund und Kommunen im Öffentlichen Dienst.
Die befürchteten quälend langen Verhandlungsrunden, eine Eskalation des Tarifstreits und lange unbefristete Streiks wird es jetzt nicht geben. Dabei hatten sich beide Seiten anfangs mächtig ins Zeug gelegt und entschlossen Kampfeswillen demonstriert.
Die schnellen Warnstreiks, die Millionen Deutschen einen bitteren Vorgeschmack auf das gegeben haben, was sie im Falle eines langen Verhandlungspokers in den nächsten Wochen noch hätten erwarten können, haben offenbar gewirkt. Die Klagen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) über die maßlos überzogenen Gewerkschaftsforderungen zum Auftakt sind schnell verhallt.
Drei Prozent mehr Gehalt rückwirkend zum 1. März dieses Jahres, mindestens 90 Euro pro Monat mehr, und im kommenden Jahr noch einmal 2,4 Prozent obendrauf – das kann sich für die Beschäftigen des Öffentlichen Dienstes durchaus sehen lassen. Vor allem die Geringverdiener profitieren von der sozialen Komponente und können sich über ein noch deutlicheres Plus von bis zu mehr als acht Prozent freuen.
Große Koalition in Berlin, große Koalition auch in Potsdam beim Abschluss der Tarifpartner.
Mit dem Verzicht auf die Sockelkomponente von 100 Euro je Monat hat Frank Bsirske, der Vorsitzende der Dienstleistungsgewerkschaft „Verdi“, sein Ziel zwar nicht vollständig erreicht, und doch ist das Ergebnis aus Gewerkschaftssicht durchaus passabel. Zufriedenheit dürfte ebenfalls bei den Beamten herrschen, die sich neben den höheren Bezügen auch über höhere Pensionen im Alter freuen dürften.
Mag die augenblickliche finanzielle Lage von Bund und Kommunen solche Abschlüsse zwar erlauben, so könnten sie sich auf Dauer doch zu einer Hypothek entwickeln.
