Was macht ein TV-Promi, dessen Bekanntheitsgrad die D-Kategorie erreicht hat? Er isst Unappetitliches im „Dschungelcamp“, kocht auf Vox oder lässt ein belangloses Buch über sich schreiben, über das er dann in einer der gefühlt 100 verschiedenen deutschen Talkshows sprechen darf. Aber da geht noch mehr.

Für die D-Prominenz steht nun eine neue, nicht weniger überflüssige Bühne bereit. „Flüssig“ ist in diesem Fall das passende Stichwort: Fernsehmoderator Hugo Egon Balder – Mitbetreiber einer Kneipe auf St. Pauli – hat sich für den Privatsender Tele 5 das Konzept für ein neues Talk-Format ausgedacht. „Der Klügere kippt nach“ heißt das Suff-TV, das eine Hommage an den „Internationalen Frühschoppen“ mit Moderator Werner Höfer sein und „interessante Wahrheiten“ zutage fördern soll.

Wo einst qualmende Journalisten beim sonntäglichen Frühschoppen die Probleme der Weltpolitik wälzten, wird nun gesüffelt, was die Bar hergibt – Wein, Bier, Eierlikör oder Ouzo –, um die Zunge mit Hochprozentigem zu lockern. Nach dem Motto: runter damit und raus damit. Wer schon einen im Kahn hat, der plaudert gleich viel ungenierter. Fahne hin oder her. Damit die Themen schon mal neben der Flasche bereitliegen, wurden als Gäste eingeladen: ein ältlicher Schlagerstar, ein Comedian und eine Sex-Expertin.

Schlimm daran ist nicht allein die Idee, nicht nur, dass es eine weitere verzichtbare Talkshow im Fernsehen gibt. Schlimm daran ist die Tatsache, dass via Bildschirm öffentlich zum Rauschtrinken aufgefordert wird, als gäbe es nicht genug Probleme mit der Droge Alkohol, die ohnehin in ihren Folgen nach wie vor verharmlost wird. Nun ist der Suff vollends fernsehtauglich geworden. TV-Unterhaltung zum Abwinken.