Kritik an einem Spieler der Fußball-Nationalmannschaft ist nichts Ungewöhnliches – wenn sie sich auf die sportlichen Leistungen bezieht. Dass AfD-Vizechef Alexander Gauland die Hautfarbe des Nationalspielers Jérôme Boateng nutzt, um Stimmung zu machen, hat eine neue Qualität. Die Reaktionen auf die umstrittenen Äußerungen Gaulands sind eindeutig. Dass AfD-Chefin Frauke Petry allerdings sich für Gauland unaufgefordert entschuldigte, entspringt der gegenwärtigen Arbeitsteilung, mit der die Partei am rechten Rand fischt.
Erst wenige Tage ist es her, da brach Petry den Besuch beim Muslimrat ab, Vize Gauland kritisierte die Parteivorsitzende dafür. Petry konnte hernach lesen, dass man in Gespräche als Verhandlungsführer nicht mit unerfüllbaren Bedingungen gehen solle. Nun erfolgen im Fall Boateng die gezielte Provokation und anschließende Beschwichtigung also seitenverkehrt. Auch die AfD wird merken, dass ihre durchsichtigen Beleidigungen nicht verfangen. Das politische Klima indes belasten sie schwer.
