Piloten, Techniker, Flugbegleiter, Sicherheitspersonal – wohl kein anderes Unternehmen in Deutschland sieht sich solch einer Vielzahl, teils auch konkurrierender, Gewerkschaften gegenüber wie die Lufthansa. Gefühlt alle vier Wochen kam es zuletzt zu Arbeitsniederlegungen. Mit wenig Aufwand lässt sich hier viel Schaden anrichten.

Auf der anderen Seite startet die Lufthansa gar nicht erst den Versuch, zumindest Teile des Flugbetriebs aufrecht zu erhalten. Stattdessen sagt sie schon frühzeitig von sich aus fast alle Abflüge ab – und versucht so, „Verdi“ den Schwarzen Peter zuzuschieben. Leidtragende sind die Passagiere – im Würgegriff von Taktierern auf beiden Seiten.

Und eine schnelle Lösung ist nicht in Sicht. Die Lufthansa sieht keine Alternative zum eingeschlagenen Sparkurs. „Verdi“ will für seine Mitglieder mehr herausholen, als es der Konkurrenzgewerkschaft UFO im Herbst gelungen ist. Beide Seiten sollten den Bogen nicht überspannen. Sonst könnten sie am Ende beide als Verlierer dastehen, weil der Kunde genug hat und sich nach Alternativen umschaut.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft