Ich (50) kann mich noch an Zeiten erinnern, als es im Fernsehen drei Programme gab und nach Mitternacht das Testbild lief. Und dann kamen dank einer installierten Satellitenschüssel auf dem Dach oder einem im Boden verlegten Kabel auf einen Schlag unzählige Programme hinzu.

Das war Ende der 80er Jahre – und ich war ratlos: Wer soll das alles schauen, und wann? Eine Antwort auf diese Fragen habe ich den vergangenen 30 Jahren übrigens nicht gefunden. Da helfen mir Mediatheken, Abo-TV und Streamingdienste auch nicht weiter – im Gegenteil.

Die Beschränkung im Privatbereich auf Fernsehen und Radio in Echtzeit bedeutet für mich, einer selbstbestimmten Tagesstruktur zu folgen. Ich bin längst nicht mit allen Darstellungsformen einverstanden – im Gegenteil: Showformate und Programminhalte sind oft belanglos und austauschbar. Das Sehen einer Sendung folgt meist einer bewussten Entscheidung. Wenn ich die Chance im Fernsehen verpasse, bietet sich mir im regulären Programm meistens eine zweite – oder auch nicht. Ich werde es überleben!

Oliver Schulz
Oliver Schulz Redaktion Kultur/Medien (Ltg.)