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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Steinmeier muss sich entschuldigen

28.02.2019

Jerusalem Dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier den Mullahs in Teheran zum 40-jährigen Jahrestag der islamischen Revolution ein Glückwunschtelegramm hat zukommen lassen und das auch noch im Namen des deutschen Volkes, ist schlicht ein Skandal. Dieser Vorgang ist weder mit „diplomatischen Gepflogenheiten“, noch mit gemeinsamen Werten, die man irgendwie untermauern könnte, zu rechtfertigen.

Arye Sharuz Shalicar ist ein deutsch-iranisch-israelischer Schriftsteller (aktuell: „Der neu-deutsche Antisemit. Gehören Juden heute zu Deutschland?“), Nahost- und Sicherheitsexperte. (Foto: privat)

Es betrifft mich persönlich. Sogar sehr. Sowohl als Deutscher, als auch als Iraner, als auch als jüdischer Israeli, bin ich weiterhin sprachlos und gelange einfach nicht zu einer halbwegs plausiblen Erklärung, wie Deutschland einer der grausamsten islamistischen Terrordiktaturen weltweit ein Lächeln, einen Händedruck, ganz abgesehen von einem Glückwunschtelegramm, zukommen lassen kann.

Als Deutscher fällt es mir schwer mit anzusehen, dass der Bundespräsident einem Regime gratuliert, dass den Holocaust „relativiert” bis leugnet und gleichzeitig dem jüdischen Staat mit Auslöschung droht.

Haben wir etwa nicht aus der Vergangenheit gelernt? Was bedeutet das so oft gebrauchte „nie wieder” eigentlich? Wie war das noch einmal mit der deutschen Staatsräson vis à vis Israel?

Als Iraner, der bis heute Familie in diesem Land hat, fällt es mir noch schwerer mit anzusehen, wie der Bundespräsident denjenigen im Iran gratuliert, die den friedlichen Teil, den westlichen Teil, den Teil in der Bevölkerung, der sich so sehr nach Demokratie, Offenheit und „Change” sehnt, in dunklen Zellen knechtet, misshandelt, vergewaltigt, ermordet.

Als jüdischer Israeli fällt es mir am schwersten mit anzusehen, wie der Bundespräsident den Mullahs gratuliert, weil es genau sie sind, die sich unter anderem zum Ziel gesetzt haben, den jüdischen Staat zu eliminieren, das heißt ganz konkret auch mich. Meine Familie. Meine Kinder.

Das tut weh.

Ich denke: Steinmeier ist mir persönlich eine Entschuldigung schuldig, sowie Millionen von Iranern, Millionen von Israelis, Millionen von Deutschen, Millionen von Menschen weltweit, die für Freiheit, Menschenrechte, Frieden sind und Millionen von Menschen im Nahen und Mittleren Osten, die in den vergangenen 40 Jahren wegen der aggressiven Expansionspolitik der Mullahs in Teheran Familienangehörige verloren haben.

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