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NWZonline.de Nachrichten Politik Meinung

Heißer Konflikt unter der Erde

06.12.2018

Jerusalem Seit Jahren beklagen sich Israelis, die in unmittelbarer Nähe zur libanesischen Grenze wohnen, dass sie unterirdisches Graben hören – nachts wenn es dunkel und still wird. Ihre Stimmen wurden insbesondere laut, nachdem im Laufe des letzten Krieges 2014 zwischen Israel und der den Gazastreifen regierenden Hamas Terrororganisation das Ausmaß des Terrortunnelnetzes aus Gaza nach Israel hinein bekannt wurde.

Autor dieses Textes ist Arye Sharuz Shalicar. Er ist ein deutsch-iranisch-israelischer Politologe, ehemaliger Sprecher der israelischen Armee und heute Abteilungsleiter im Nachrichtendienstministerium im Büro des israelischen Ministerpräsidenten. Sein neuestes Buch trägt den Titel „Der Neu-Deutsche Antisemit“. (Foto: privat)

Hunderte Tunnel wurden von den Palästinensern über Jahre hinweg unter dem Gazastreifen gegraben und zu einer Art Parallelwelt geformt – von Haus zu Haus, von Haus zu Moschee, von Schule zu Krankenhaus – wie ein riesiges Spinnennetz, unter der Erde. Einige Dutzend Tunnel wurden jedoch auch in Richtung Israel gegraben, teilweise bis 40 Meter in die Tiefe gehend und mehrere Kilometer lang. Jeder dieser Tunnel kostet ein Vermögen. Mehrere Hundert Millionen Euro wurden ganz bewusst und strategisch von der Hamas-Führung in dieses unterirdische Spinnennetz investiert, statt die humanitäre Situation der Menschen zu verbessern. Doch es war verplempertes Geld. Zumindest die nach Israel gegrabenen Tunnel wurden zerstört und die wichtigste strategische Waffe der Hamas somit von Israels Armee eliminiert.

Jetzt passiert das gleiche Spiel im Norden, an der Grenze zum Libanon. Dort ist de facto die Hisbollah der Chef. Es handelt sich um eine Terrormiliz, die nicht nur parallel zu den libanesischen Streitkräften operiert, sondern sowohl militärisch, als auch (inoffiziell) politisch das Sagen hat. Man kann sie zudem als verlängerten Arm des Iran im Libanon und in der Region betrachten. Hisbollah und Hamas stehen nicht nur in engem Kontakt miteinander, sondern sie stehen auch den iranischen Revolutionsgarden und ihrer Auslandselitetruppe, der Al-Quds-Brigade, nahe.

Mittlerweile ist bekannt, dass die Organisation kräftig in Syrien und sogar darüber hinaus mitmischt. Im Laufe der letzten Jahre hat sie ein aus dem Iran und Syrien stammendes Raketenarsenal mit über 100 000 Raketen verschiedener Reichweiten insbesondere im Südteil des Libanon installiert, wovon wiederum ein Großteil in urbanen Wohngegenden schussbereit gen Israel steht. Zudem bastelt die Hisbollah an einer eigenen unabhängigen Waffenindustrie und gefährdet somit den ohnehin wackeligen Status quo mit Israel – einen Status der gegenseitigen Abschreckung.

Jetzt kommt hinzu, dass gegenwärtig aus dem Libanon nach Israel gegrabene Terrortunnel auf israelischer Seite der Grenze von der Armee zerstört werden und die Operation weitergeht. Mir bleibt keine andere Wahl als zu sagen: Hisbollah spielt mit dem Feuer! Die Gruppe scheint nicht verinnerlicht zu haben, dass Israel gewisse rote Linien hat, die es einhalten wird, um seine Bevölkerung zu schützen. Komme was da wolle. Die Frage ist, ob eine Entwicklung in Richtung blutigen Konflikt zwischen Israel und dem Libanon (Ja Libanon! Denn Hisbollah nimmt Teil in der Regierung des Zedernlandes!) noch aufhaltbar ist?

Meiner Meinung nach nur, wenn Europa, unter Führung Deutschlands, ein Machtwort spricht und die gesamte Hisbollah Organisation auf die Terrorliste stellt, ohne einen Unterschied zwischen dem militärischen und dem politischen Zweig zu machen. Das würde ihnen den Wind aus den Segeln nehmen.

Falls das nicht geschieht, könnte es zu Gefechten kommen, mit dem Resultat einer weiteren Flüchtlingsbewegung aus dem Libanon nach Deutschland. Angesichts der heutigen Realitäten in Europa und insbesondere in Deutschlands, wäre dies sicherlich nicht wünschenswert.

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