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Joe Bidens zweite Kandidatur Zu alt, zu abgeschottet, zu unbeliebt?

Friedemann Diederichs Büro Washington
Was nun, Herr Präsident?
Analyse

Was nun, Herr Präsident?

DPA

Washington - Die erneute Kandidatur von US-Präsident Joe Biden ist im Land mit weitgehender Gleichgültigkeit aufgenommen worden. Das hat gleich mehrere Gründe. Bei den Parteifreunden des Demokraten und in den politischen Zirkeln Washingtons sah man diesen Schritt als unvermeidbar an, nachdem Biden bereits monatelang mit dem zweiten Anlauf kokettiert hatte. Für die Konservativen im Land war die Ankündigung ebenfalls keine Überraschung. Denn nach dem überraschend guten Abschneiden der Demokraten bei den Kongress-Zwischenwahlen bedeutete dies: Biden dürfte von allen Linken im Land wie schon 2020 die besten Chancen haben, den Republikanern – allen voran dem bereits erklärten Kandidaten Donald Trump – die Rückkehr ins Weiße Haus zu verwehren.

Strategie: Abschottung

Dass selbst bei den Demokraten nun von Euphorie oder erneuter Aufbruchstimmung – wie es einst bei Barack Obamas zweiter Kandidatur der Fall war – nichts zu spüren ist, liegt auch daran, dass Biden seine Erklärung so niedrig wie möglich gehängt hatte. Ein Internet-Video am frühen Morgen war alles, was das Wahlvolk aufrütteln sollte. Es gab weder eine Ansprache an die Nation noch eine Pressekonferenz mit Fragemöglichkeit für Reporter, denn Biden hätte diese Fragen ja beantworten müssen.

Doch das würde der Gesamtstrategie seiner Berater widersprechen, die wie schon vor drei Jahren lautet: Möglichst abschotten und keinen verbalen Fauxpas zulassen. Deshalb hat sich der 80jährige auch zu einem Präsidenten mit den wenigsten Presseterminen seit der Ära Ronald Reagan (1981-1989) entwickelt. Ein Trend, der sich bis zum Wahltag im November 2024 fortsetzen dürfte.

Unbeantwortete Fragen

Denn Fragen hat das Pressekorps, das sich fast immer mit aus einem dicken Buch monoton abgelesenen faktenleeren Statements von Bidens Sprecherin zufrieden geben muss, natürlich. Fragen wie diese: Wenn der Präsident nun im Video sagt, er benötige vier weitere Jahre, um „den Job zu beenden“ – was hat er denn bisher nicht geschafft? Oder: Wie verträgt sich seine wiederholte Aussage, seine Wirtschaftspolitik würde greifen, mit den immer deutlicher werdenden Anzeichen einer Rezession? Und: Gab es Gegenleistungen der Biden-Familie für eine mittlerweile durch Kongress-Ermittlungen belegte Millionenzahlung aus chinesischen Kassen im Jahr 2017. Damals war Biden Vizepräsident unter Barack Obama?

Auf solche Fragen erhalten die Berichterstatter in den Presseterminen des Weißen Hauses, die ja Biden persönlich vermeidet, durch seine Helfer wie üblich keine oder nur ausweichend-unverbindliche Antworten. „Ich habe nichts dazu zu sagen“, wiederholte seine Sprecherin Karine Jean-Pierre gestern nachmittag mehrfach, auf die Motivation Bidens für seine erneute Bewerbung angesprochen.

Üble Erwartungen

Sie weiß natürlich, dass Mauern und Abschotten eben jene Strategie ist, die sich angesichts der Zahlen der Demoskopen aufdrängt. Eine jetzt veröffentlichte Studie des „Pew Research“-Instituts zeigt, dass die klare Mehrheit der US-Bürger davon ausgeht, dass sich in den kommenden Jahren die Wirtschaft weiter abschwächen wird – ebenso wie der Einfluss der Vereinigten Staaten in der Welt. Andere Umfragen zeigen ein deutliches Bild, was die Ambitionen Bidens in Washington angeht. 73 Prozent der jungen Wähler im Alter von 18 bis 34 Jahren waren der Ansicht, Biden solle nicht mehr antreten und seinen Platz einer jüngeren Person überlassen.

Eine Erhebung des politisch unverdächtigen Fernsehsender NBC, der den Demokraten politisch nahesteht, vom letzten Sonntag kam zu einem ähnlichen Resultat: Nur 26 Prozent aller Bürger in den USA glauben, dass Joe Biden noch einmal kandidieren solle. Doch da war die Entscheidung Bidens, der nicht mit ernsthaften parteiinternen Konkurrenten rechnen muss, längst gefallen.

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