Eine „Alternative für Deutschland“ will diese Partei sein. Doch von diesem Ziel ist die AfD weit entfernt. Stattdessen bestimmen persönliche Attacken, gegenseitige Vorwürfe und politische Orientierungslosigkeit den Alltag der Truppe um Wirtschaftsprofessor Bernd Lucke.
Wurde der Machtkampf zwischen dem wirtschaftsliberalen Flügel um Lucke und Vize Hans-Olaf Henkel sowie der rechtskonservativen Abteilung, für die Konrad Adam, Frauke Petry und Alexander Gauland stehen, in den Gründertagen durch das gemeinsame Ziel der Euro-Ablehnung kaschiert, ist er nun in vollem Gange – und wird die Partei, wenn es so weitergeht, in die Bedeutungslosigkeit manövrieren. Setzen sich die Liberalen durch, dann werden sich die Nationalen eine andere politische Heimat suchen (Pegida lässt grüßen); geht der rechtskonservative Flügel als Sieger aus dem Machtkampf hervor, dann gehen Luckes Anhänger andere Wege.
Still genießen können diese Entwicklung sowohl CDU als auch FDP. Sollte sich die AfD selbst zerlegen, werden künftig wohl einige abtrünnige Wähler ihr Kreuzchen (wieder) bei den etablierten Parteien machen.
