Angela Merkel hält es mit ihrem politischen Vorbild, Altkanzler und CDU-Übervater Konrad Adenauer. Keine Experimente! Wenn es um das Programm für die Bundestagswahl geht und den Erfolg der CDU, will sich die Bundeskanzlerin nicht auf ihren glück- und erfolglosen Generalsekretär Peter Tauber verlassen, sondern setzt auf ihren besten Mann, einen Polit-Profi. Peter Altmaier, übernehmen Sie!

Merkels mächtiger Allrounder, der Mann für alle Fälle und Krisenmanager Nummer eins soll es jetzt richten: ein überzeugendes Wahlprogramm als Angebot an die Unionsanhänger abliefern, die mürrische Schwesterpartei CSU bei Laune halten und nebenbei noch ein Auge auf das Management der CDU-Kampagne werfen.

Für Peter Tauber, der zunehmend unter Druck steht und vielen in der Partei mehr als Sekretär denn als General erscheint, kommt dies einem klaren Misstrauensvotum gleich. Wenn einem Parteimanager die inhaltliche und programmatische Arbeit vor der Bundestagswahl aus der Hand genommen wird, ist das eine deutliche Degradierung, eine Entmachtung. Die zuletzt unüberhörbare Kritik an Tauber hat Wirkung gezeigt, die CDU-Chefin ihre Konsequenzen gezogen.

Spätestens seit dem letzten Koalitionsgipfel ist auch klar, dass die schwarz-rote Regierung nicht mehr viel auf den Weg bringen wird. Kanzleramtsminister Peter Altmaier kann und wird sich also in den Wahlkampf für seine Chefin stürzen. Mag dies auch vom politischen Gegner kritisiert werden. Wer gedacht hatte, Angela Merkel sei amtsmüde, interessiere sich nicht mehr wirklich für die parteipolitische Schlacht, wird jetzt eines besseren belehrt. Die CDU-Chefin stellt ihre Truppen auf und bereitet sich auf ihren vielleicht schwersten und womöglich letzten großen Wahlkampf vor.