Gerade erst waren die Milchbauern etwas zur Ruhe gekommen, da droht erneut Ungemach. Seit Anfang dieses Jahres zeigt die Milchpreistendenz wieder nach unten, und jetzt hat Aldi Süd angekündigt, die Preise für den Liter frische Vollmilch deutlich zu senken. Weitere Händler dürften folgen.

Die Molkereien werden sich angesichts der billigen Milch freuen, nicht jedoch die Milchbauern, auf deren Schultern der Preiskampf ausgetragen wird. Angesichts fehlender Milchquote bleibt ihnen kaum eine Wahl: Sie werden versuchen, die Milchmenge zu steigern, um den Verlust über Masse auszugleichen. Doch genau hier liegt die Ursache des Übels. Daher könnte eine Regulierung der Milchmenge in Krisenzeiten helfen. Dafür müssten aber auch die Molkereien mitziehen. Ein Beispiel dafür, wie das funktionieren kann, ist die Molkerei Friesland Campina in den Niederlanden. Dort gibt es eine festgelegte Liefermenge. Wer diese überschreitet, zahlt eine Strafgebühr.

Ein angenehmer Nebeneffekt: Eine bessere Position gegenüber den Händlern, denn ist die Milch knapp, kann auch der Preis nicht gedrückt werden.

Sabrina Wendt
Sabrina Wendt Thementeam Wirtschaft