Arbeitsmarktexperten sprechen von einer Herkulesaufgabe. Wie wahr. Wenn nicht sogar untertrieben. Die geflüchteten Ärzte, Anwälte und Hochschulabsolventen aus Bürgerkriegsländern wie Syrien und Irak – eine Chimäre. Solche Hochqualifizierten machen höchstens einen Bruchteil der tatsächlich als Flüchtlinge zu uns Kommenden aus. Bei Fachkräften sieht es kaum besser aus. Bei vielen hapert’s heftig mit Lesen, Schreiben und Rechnen. Von Berufsqualifikationen ganz zu schweigen. Das ist die bittere Wahrheit, um die sich viele Wohlmeinenden zu Hochzeiten der Flüchtlingskrise herumgedrückt haben. Es wird Zeit, die Augen zu öffnen.

Die große Mehrheit gerade aus Afghanistan und Afrika kommt aus schlichter Not und aus elenden Verhältnissen. Ihre Bildung reicht nicht für den deutschen Arbeitsmarkt. Das beweisen die ständig steigenden Arbeitslosenzahlen, die sogar noch höher ausfielen, würde man jene Tausende hinzurechnen, die in zahllosen Maßnahmen Unterschlupf gefunden haben. Nicht wenigen droht eine Langzeit- oder Dauerarbeitslosigkeit.

So viel zum Klartextteil. Zur Wahrheit gehört aber auch, dass fast Zweidrittel noch unter 35 Jahre sind, viele sogar unter 30. Das lässt hoffen. Diese Menschen wollen ihr Leben gestalten: Sprache, Ausbildung, Job – die meisten wollen Fuß fassen. Ebenso wichtig: Unternehmen suchen händeringend und langfristig Arbeitskräfte dank florierender Wirtschaft und einer immer älter werdenden Gesellschaft. Deshalb lohnt sich jede Kraftanstrengung, junge Flüchtlinge erfolgreich zu integrieren. Das dauert. Gewiss. Und kann scheitern. Auch das gehört zur Wahrheit.