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NWZ-Kolumne „An der Leine“ Knallgelbes erhellt Büro des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident Stephan Weil sitzt am Schreibtisch in seinem Dienstzimmer in der Staatskanzlei. Im Hintergrund das Bild „Shy Beauty“ von Arnold Leissler
Kolumne

Ministerpräsident Stephan Weil sitzt am Schreibtisch in seinem Dienstzimmer in der Staatskanzlei. Im Hintergrund das Bild „Shy Beauty“ von Arnold Leissler

dpa-Archiv/Hollemann

Ministerpräsident Stephan Weil (64) ist unter die Kunstkritiker gegangen. In sozialen Netzwerken kursiert ein Video mit einer Präsentation von Leihgaben aus dem hannoverschen Sprengel-Museum, die nun in Weils Büro in der Staatskanzlei hängen. Zu sehen sind der „Kopffüßler“ des Heppenheimer Grafikers und Bildhauers Horst Antes (86). Das große Porträt strahlt vor allem durch die knallgelbe Farbe Fröhlichkeit aus. Auch zwei Werke des Berliner Aktionskünstlers Timm Ulrichs (83) hängen nun an einer Bürowand. Eines heißt „Der dehnbare Begriff“; das andere „Selbstjustierbares Wasserwaagen- und Lotbild“. „Mit dehnbaren Begriffen kennen wir uns in der Politik aus“, meint der SPD-Politiker. Er präsentiert auch eine Collage des Dadaisten Kurt Schwitters (1887-1948) aus Hannover und stößt eine Diskussion zum Werk von Arnold Leissler (1939-2014) an: „Shy Beauty“ („Schüchterne Schöne“) zeigt das Hinterteil einer aus dem Bild gehenden Kuh. Ins Auge fallen aber vor allem die vielen Kuhfladen auf der grünen Wiese. Weil interpretiert das anders: „Ich sehe eine Hommage an die norddeutsche Tiefebene und die Landwirtschaft.“

Hamburg und der Aufsichtsrat

Einblicke in ihr Leben als Mitglied im VW-Aufsichtsrat gewährte die stellvertretende Ministerpräsidentin Julia Willie Hamburg (Grüne) kürzlich bei einem Medientreff. Als sie per Schlagzeile in der Bild-Zeitung als „Autohasserin“ bezeichnet wurde, seien ihre E-Mail-Fächer geflutet worden, so die Kultusministerin. Im Gespräch mit NDR-Reporter Torben Hildebrandt plauderte Hamburg aber nicht aus den Aufsichtsratssitzungen. Sie empfinde den Job vielmehr als „sehr bereichernd“, weil sie nicht nur „in der eigenen Blase“ tätig sei. Und als Kultusministerin habe sie vor allem eines lernen müssen: Geduld.

Bischof gegen Atomkraft

Als Atomkraftgegner hat sich der evangelische hannoversche Landesbischof Ralf Meister geoutet. „Die Atomkraft als Technologie zur Energiegewinnung dient nicht dem Leben“, sagte der 61-jährige Theologe am Donnerstag. „Sie wird immer eine unbeherrschbare Gefährdung für unsere Schöpfung bleiben. Die negativen Folgen dieser Technologie werden noch viele Hunderte Generationen nach uns spüren.“ Meister äußerte sich anlässlich der Abschaltung der drei letzten deutschen Atomkraftwerke. Er sei „dankbar, dass unser Land diesen konsequenten Weg des Ausstiegs“ gegangen sei. Meister war für die Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) Mitglied der Endlagerkommission des Deutschen Bundestages.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent
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