Spielregeln sind meist eine bitterernste Angelegenheit. Manche Spieleverlage versuchen das durch witzelnde Formulierungen ein wenig aufzuhellen. Aber dass sich dabei ein Hersteller selbst so richtig auf die Schippe nimmt ist doch eher die Ausnahme. Bei Truth Bomb, der Wahrheitsbombe – dazu was es mit explosiver Wahrheit auf sich hat kommen wir gleich – sieht eine Gestalt mit sichtbarem Entsetzen auf das Regelwerk. Doch beim Umblättern erweist sich die Anleitung als kurz, verständlich – harmlos.

Nun ist dieses Spiel ja auch tatsächlich nicht schwer zu erfassen, denn das Muster ist schon oft durchgekaut worden. Es gehört in die Kategorie der Partyamüsements, die besser nicht gleich zu Beginn gespielt werden. Dumpfbackige Antworten killen solche Spiele ziemlich rasch. Bei Gruppen hingegen, die Esprit und Fantasie einsetzen, können sie ganz prächtig funktionieren und für Gelächter und vergnügliche Unterhaltung sorgen.

Bomben platzen jedoch nur dann, wenn die Fragen unter die Gürtellinie gehen oder auf wahrheitsgemäße Aussagen zu Themen drängen, die eigentlich strikt zu respektieren sind. Bei Truth Bombs geht keine einzige solcher Bomben hoch, weil der Kartensatz keine peinlichen Themen enthält. Ausnahmslos sind alle Fragen sauber, eröffnen aber einen satten Spielraum für originelle Antworten.

Der Ablauf ist einfach. Für alle sichtbar liegen Fragen aus. Auf Zetteln, die reihum weitergereicht werden, notiert jeder eine passende Aussage. Zu erraten, von wem die Antwort stammt, bringt Punkte. Klar, dass das bei nur vier Spielern rasch durchsichtig wird. Als Partyspiel fetzt Truth Bomb am besten in größerer Runde.

Tom Werneck
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Truth Bombs von Dan and Phil, HCM Kinzel, 4 bis 8 Spieler (je mehr, desto besser!) ab 14 Jahren, circa 20 Euro