Mit der etwas dümmlichen Eselsbrücke: „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“ kriegen wir die Namen der Planeten Merkur, Venus, Erde, Mars, Jupiter, Saturn, Uranus und Neptun, hin. Von der Sonne aus gesehen sind sie dann auch in der richtigen Reihenfolge. Doch wir sind zu einem weiteren Planeten unterwegs. Er ist bewohnbar, frei von Umweltschäden und die friedlichen, intakten Demokratien kennen keine sperrigen, gierigen oder narzisstischen Autokraten. Fünfzig Abenteuer in aufsteigender Schwierigkeit findet die Besatzung in einem Logbuch. Wie das nun mal so ist in den unendlichen Weiten des Alls muss die Mannschaft in der Raumkapsel klug zusammenarbeiten, obgleich die Kommunikation bisweilen hundsmiserabel ist.
Die Crew ist an sich ein schlichtes Stichspiel. Es gibt vier Kartenfarben mit Werten von eins bis neun und vier Raketen – wir befinden uns ja im Weltraum – als Trümpfe. Doch es ist ein kooperatives Stichspiel, was bereits ein Widerspruch in sich ist. Die Spielkarten gibt es als zweiten, kleineren Satz als Aufgaben. Die Viererrakete bestimmt den Kommandanten, der sich als Startspieler die erste Aufgabe schnappt. Da ist etwa vorgegeben, welcher Spieler welchen Stich machen soll oder welche Karte im zweiten Stich unbedingt, im dritten aber keinesfalls enthalten sein darf. Kommunizieren ist nur nach sehr eingeschränkten Regeln erlaubt. Sonst wäre es ja nicht schwierig, sich abzusprechen und die Aufgaben zu lösen. Was als Spielidee zunächst recht banal erscheint hat große Sogwirkung. Geht eine Mission daneben kann man das so nicht stehen lassen, sondern muss es unbedingt sofort nochmals probieren.
Tom Werneck
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Die Crew von Thomas Sing, Kosmos, Kennerspiel des Jahres 2020, 3 bis 5 Spieler ab 10 Jahren, circa 12 Euro
