Vergangen sind die Zeiten, in denen man noch dichtgedrängt am roten Teppich stand, um bei der Eröffnung des Filmfests dutzenden von Filmemacher zuzujubeln und den Eröffnungsfilm dann mit bis zu 1500 Gästen zu sehen.
Was allerdings nicht bedeuten soll, dass die diesjährige Edition von Oldenburg ohne eine zünftige Eröffnung auskommen musste. Die war halt diesmal nur etwas anders. Diesmal war der rote Teppich am „Crash“, einem hochmodernen Bürokomplex in Rastede. Ohne Fans, die sich wohl auch nur durch Zufall in das Gewerbegebiet hätten verirren können, aber durchaus mit so einigen Filmemachern und Künstlern.
Wie im letzten Jahr wurde ich gebeten, die „Arrivals“, wie man das neudeutsch so nennt, am roten Teppich zu moderieren. Doch während mir im letzten Jahr, als ich das für die NWZ tat, noch eine charmante Co-Moderatorin zur Seite stand, war ich diesmal allein auf Feld und Flur. Gelegentlich fast wortwörtlich, weil da schonmal fünf Minuten vergehen konnten, bis mir neue Gäste zugeführt wurden. Zwischen Regisseur Thomas Stiller, den Kurzfilmjuroren und dem Team von „Puppy Love“, das aus der hinreißenden Paz De La Huerta, ihrem Co-Star Hopper Penn und dem Regisseur Michael Maxxis muss ich dann wohl notgedrungen den einen oder anderen Schwank aus meinem Leben erzählt haben. So genau erinnere ich mich nicht, aber so ist das halt mit dem Filmfest Oldenburg. Wenn man sich noch genau daran erinnern kann, hat man irgendwas falsch gemacht.
Eine Live-Schaltung mit Sean Penn kam dann scheinbar doch nicht zustande. Außerdem glänzte das Team des argentinischen Thrillers „The Longest Night“ mit Abwesenheit. Die waren, so die Gerüchteküche, wohl in Hamburg gelandet, dann aber versehentlich in den Zug nach Hannover gestiegen.
Erfreulich traditionell war dann allerdings die Afterparty im Polyester, die – trotz dem Einhalten der Maskenpflicht und der Mindestabstände wieder erfreulich an die vorangegangenen Jahre erinnerte. Ein Hauch vom „alten“ Filmfest also – und damit ein erster Sieg von Torsten Neumann gegen Covid-19.
