Viele Menschen haben in diesen Tagen Angst, sind verunsichert und fragen sich, wie es weiter geht. Im Moment kann noch niemand sagen, wie viele Einzelhändler sich nicht werden halten können, wie viele Unternehmer insolvent werden und wie viele Arbeitnehmer ihren Arbeitsplatz verlieren. Eine Reihe von Bürgern, die auf ihr Haus oder ein Auto Schulden haben, sind besorgt, weil sie wissen, dass sie ihre Kredite nur bedienen können, wenn sie regelmäßig Einkünfte in dem Umfang haben, den sie bis vor wenigen Wochen gewohnt waren. Diese Sorgen und diese Ängste um die eigene Existenz müssen wir als Gesellschaft ernst nehmen. Und wir sollten dabei nicht den Fehler machen, Arbeitgeber gegen Arbeitnehmer ausspielen zu wollen oder Aggressionen gegen Menschen zu unterstützen, denen es vermeintlich oder tatsächlich besser geht. Politiker machen das gerne, indem sie die eigene Klientel im Auge haben und dann einen Gegner ausmachen, gegen den sie medienwirksam zu Felde ziehen. Dabei braucht eine Gesellschaft alle Elemente: Starke und erfolgreiche Unternehmer, die Geld und Ideen haben, um Innovationen voran zu treiben, Arbeitnehmer, die mit Engagement ihre Arbeitskraft und auch eigene Vorstellungen einbringen, Einzelhändler und Restaurantbesitzer sowie ihre Mitarbeiter, die Städte erst lebenswert machen, Lehrer und Hochschuldozenten, die mit Begeisterung ausbilden, Schüler und Studenten, die wissbegierig sind, Journalisten, die neutral berichten, Politiker, die nach Lösungen suchen, Polizisten, Juristen, Angestellte in Supermärkten, Banken oder bei Versicherungen sowie Ärzte, Kranken- und Altenpfleger, die ein Land gesundheitlich absichern und nicht zuletzt alte Menschen, die ihre Erfahrungen weiter geben können, damit junge nicht jeden Fehler selber machen müssen.
Egal, an welcher Stelle Sie stehen, egal welche Sorgen oder Ängste Sie bedrücken. Sie werden gebraucht! Auch wenn Ihnen möglicherweise gerade nicht klar ist, wo. Der erste Schritt aus Angst oder Sorgen heraus muss in Ihrem Kopf stattfinden. Nur dort, in Ihrem Kopf, sind Sie gefangen. Dabei sind wir nirgends so frei wie in unseren Gedanken. Ob Sie negativ oder positiv denken, ob Sie sich von Angst regelrecht ersticken lassen oder sachlich Ihre Situation analysieren, um dann einen Weg für sich zu finden, liegt ganz alleine an Ihnen. In vielen Situationen ist es sinnvoll, sich mit anderen zu beraten. Mit Ihrem Partner oder Ihrer Partnerin, mit einem guten Freund oder einer guten Freundin oder mit einem Experten für die Situation, die Sie bedrückt. Aber selbst dann gilt: Der erste und der letzte Schritt finden in Ihrem Kopf statt. Gerne sage ich es noch einmal: Die Sorgen und Ängste, die viele momentan haben, müssen ernst genommen werden, denn die Situation ist für viele wirklich schwierig. Aber lassen Sie sich nicht einschüchtern von dem, was gerade passiert. Es geht in diesem Leben immer weiter, und es gibt immer einen Weg für die Lösung.
Dr. Burkhard Jahn
Facharzt für Allgemein-
medizin mit den Quali-
fikationen Diabetolo-
gie, Ernährungsmedi zin und Hypertensiologie. Er ist Hausarzt in Schortens.
