Seit knapp zehn Jahren kommen immer wieder neue Legacy-Spiele auf den Markt. Das sind Kampagnen-Brettspiele, die sich von Partie zu Partie weiterentwickeln. Immer wieder sind neue Umschläge zu öffnen, die veränderte Regeln oder zusätzliches Spielmaterial enthalten. Oft werden Pläne beklebt, Karten zerrissen, Felder bemalt oder Punkte unauslöschlich festgeschrieben.
Es schmerzt, an dem Material unwiderrufliche Veränderungen vorzunehmen. Doch wie bei einem Kreuzworträtsel hat sich der jeweilige Abschnitt erledigt, sobald er durchgespielt wurde. Viele Legacy-Spiele sind einigermaßen komplex und adressieren sich vor allem an engagierte Vielspieler. ‚My City‘ bewältigt aber auch schon ein Achtjähriger.
In diesem Legespiel platziert jeder Spieler zeitgleich Gebäude auf seinem Rasterfeld. Von Runde zu Runde verändern sich die Regeln. Insgesamt gibt es acht Kapitel zu je drei Spielen. Weil sie logisch aufeinander aufbauen sollten sie deshalb auch in dieser Reihenfolge und möglichst auch mit den gleichen Mitspielern durchgespielt werden. Jede Runde dauert ein unterhaltsames halbes Stündchen.
Nach jeder Runde gibt es Punkte. Ein pfiffiger Aufholmechanismus sorgt dafür, dass schwächere Mitspieler nicht leer ausgehen, sondern mit Bäumen oder Ausgleichsflächen belohnt werden, die ihnen in den folgenden Runden Vorteile bringen. Jedes Einzelspiel ist kurz.
Die Regeln sind leicht verständlich. ‚My City‘ ist der perfekte Einstieg in die Legacy-Welt. Wer aber die Spielpläne nicht beschriften und bekleben will dreht sie einfach um. Dann wird ‚My City‘ zum glatten, leichtfüßigen Familienspiel mit immer wieder neuen Varianten.
Tom Werneck
empfiehlt neue
Spiele
My City von Reiner Knizia, Kosmos Verlag, für zwei bis vier Spieler ab zehn Jahren, circa 32 Euro
