Der vereinte Wille der Ganderkeseer Politik, jetzt rasch und viel für die Umwelt zu tun, ist gewiss nicht als Klimaschutzhysterie abzutun. Über die Jahre hat sich jedoch der Eindruck verfestigt, in der deutschen Politik gehe es bloß noch um eine Kultur des Gängelns oder Reglementierens der Bürger. Auch im Ganderkeseer Umweltausschuss liebäugeln offenbar einige Mitglieder mit diesen Ideen.

Doch es gibt Hoffnung: Noch scheinen auch die freiwillige Unterschutzstellung von Bäumen, der Appell an Eigenverantwortung und Vernunft bei der Gartengestaltung Alternativen zur drohenden Entmündigung durch immer neue Verbote zu sein. Den Bürgern muss zugestanden werden, ihre Angelegenheiten selbst zu regeln. „Erwünschtes Verhalten“ darf nicht erzwungen werden, auch nicht beim ehrenwerten Ziel Klimaschutz.

Die Unterschutzstellung von Bäumen erfolgte bislang meist nicht zur Freude der Eigentümer. Wenn die Gemeinde ihnen jetzt finanziell bei der Unterhaltung ihres Grüns unter die Arme greift, kann man das auch als eine Art „hoheitliche Aufgabe“ sehen. Schließlich leben wir ja alle auf derselben Welt. Und eine solche Hilfe würde auch die Anpflanzung und den Fortbestand junger Bäume fördern. Motto: „Lasst sie wachsen, es kommen keine Kosten auf euch zu“.

Und für ein Verbot von Schottergärten wäre es besser, die Landesbauordnung zu ändern, anstatt Druck auf das Handwerk auszuüben.

Thorsten Konkel über Ideen zum Klimaschutz

Thorsten Konkel
Thorsten Konkel Redaktion Ganderkesee