Wie speziell die Atmosphäre am Samstagnachmittag in der großen Arena war, brachte Angie Geschke am besten zum Ausdruck. „Das war schon fast zu viel bei meinem ersten Siebenmeter. Ich war leicht gerührt, so dass ich mich gar nicht mehr richtig konzentrieren konnte“, sagte die Nationalspielerin des VfL Oldenburg bezogen auf die 16. Minute, als sie für einen Strafwurf erstmals auf das Spielfeld kam und dabei von den 4133 Fans euphorisch gefeiert wurde. Geschke ist 33 Jahre alt, hat 112 Länderspiele absolviert, Welt- und Europameisterschaften gespielt – und war dennoch so bewegt, dass die so sichere Siebenmeter-Schützin scheiterte.

Oldenburg ist und bleibt eine Hochburg im Frauenhandball, das hat das Spiel gegen die Niederlande einmal mehr unter Beweis gestellt. Schon bei der Heim-WM 2017 hatte der Standort überdurchschnittlich gute Zuschauerzahlen, obwohl das deutsche Team gar nicht an der Hunte spielte. Und wer Bundestrainer Henk Groener nach dem Achtungserfolg gegen die Oranjes von der „bombigen“ Stimmung schwärmen hörte, kann sich ausmalen, dass der Deutsche Handballbund nur zugern wiederkehren wird.

Gleichzeitig demonstrierte das Länderspiel die seit Jahrzehnten gute Arbeit des Bundesligisten VfL. Geschke und Jenny Behrend auf der einen, Tess Wester, Lois Abbingh, Laura van der Heijden, Kelly Dulfer, Inger Smits und Myrthe Schoenaker auf der anderen Seite – das Nachbarschaftsduell kam beinahe wie ein grün-weißes Klassentreffen daher.

Lars Blancke über das Länderspiel in Oldenburg

Lars Blancke
Lars Blancke Sportredaktion