Sie bauen gerade Ihr neues Eigenheim in Bösel, weil Sie Platz für ihre Kinder brauchen? Und Sie müssen arbeiten, um Haus und Leben zu finanzieren? Das tut mir leid für Sie, denn Kinderbetreuung ist gerade Mangelware in Bösel. Glücklich, wessen Kinder schon zur Schule gehen, oder wer einen Betreuungsplatz ergattert hat. Verteidigen Sie diesen mit Zähnen und Klauen.
Für alle anderen: Stellen Sie sich darauf ein, vor der Arbeit eine Kita in Friesoythe anzusteuern, oder Omas Haus. Vielleicht ist Ihr Arbeitgeber familienfreundlicher als die Gemeinde Bösel und lässt Ihren Nachwuchs unter Ihrem Schreibtisch spielen. Sie arbeiten nicht am Schreibtisch? Oh, jetzt gehen mir die sarkastischen Vorschläge aus.
Die Böseler Verwaltung und die Kommunalpolitik lassen junge Familien gerade richtig im Regen stehen. Als klar wurde, dass die „Kita für alle“ nicht wie geplant im August 2021 in Betrieb gehen kann, hätten neue Zwischenlösungen in Bösel hergemusst. Eine kleine Notbremse wäre gewesen, nicht alle 100 Grundstücke im Baugebiet Jägerstraße sofort zu verkaufen. 90 Prozent der Neubauten sollen in diesem Jahr bezogen sein. Natürlich vor allem mit jungen Familien.
Wer muss die Planungsfehler ausbaden? Die Familien und dort traditionell als erstes die Mütter. Denn sie werden beruflich zurückstecken (müssen). So geht familienfreundliche Politik nicht.
Eva Dahlmann-Aulike über das Kita-Problem in Bösel
