Eines ist nach dieser Ausschusssitzung deutlich geworden: Im neuen Verkehrskonzept steckt viel Arbeit und eine Menge Kompetenz, vor allem die von Fachplaner Lothar Zacharias. Die Lösung für das Parkraum-Konzept erscheint plausibel, die gemeinsame Führung von Radfahrern und Autos auf der „Meile“ von Am Hogen Hagen bis Lange Straße ist zumindest mittelfristig wohl die einzige Lösung. Die neuen Regeln für Autofahrer am Sonntag sind zudem ohne riesigen Aufwand zu testen und lassen sich, falls nötig, später überarbeiten.
Klar ist aber auch: Es ist gut, dass dieses Konzept jetzt nicht einfach beschlossen, sondern noch einmal in Ruhe beraten wird. Das zeigt sich vor allem an der Idee für eine Fahrradstraße durch den Ort. Da gibt es berechtigte Einwände von Anwohnern, die vor allem nicht davon begeistert sind, dass ihre Straßen künftig nicht mehr verkehrsberuhigter Bereich sein sollen, sondern mit der Fahrradstraße automatisch Tempo 30 gelten würde.
Hier war es vor allem ein Satz von Zacharias, der aufhorchen lassen sollte: „Entscheidend für das Verhalten von Rad- und Autofahrern ist weniger die Beschilderung und mehr der Ausbauzustand.“ Wenn das so ist, braucht es dann überhaupt eine Fahrradstraße? Würden Radler diese Route nicht auch ohne Schilder nutzen, wenn die Straße auf dem Winkel gut befahrbar ist? Ich verstehe, dass die Gemeinde sich gerne mit der ersten Fahrradstraße im Ammerland schmücken würde – aber dafür gäbe es ja noch die neue Route nach Oldenburg.
Ganz nebenbei war die Sitzung eine gelungene Premiere. Zum ersten Mal gab es zwei Einwohnerfragestunden für die rund 40 Besucher. Viele brachten gute Argumente und Anregungen mit in die Sitzung. Leider gab es auch unfaire und unangebrachte Kritik. Das ist, bei allem Verständnis für persönlichen Ärger über einzelne Entscheidungen, überflüssig
Christian Quapp über das Verkehrskonzept
