Die Politik im Ammerland wird spannend. Mit der neuen Wählergemeinschaft hat sich kein chancenloses Grüppchen gebildet, sondern eine durchaus ernst zunehmende Kraft, die den einen oder anderen Sitz in den Räten oder dem Kreistag erobern kann.
Mit dem ehemaligen Westersteder SPD-Chef Frank Lukoschus und dem Zwischenahner Jan Hullmann hat man zwei erfahrene Kommunalpolitiker an Bord, die auch im Kreistag und in ihren Räten sitzen. 35 Mitglieder zum Start, sowie „Ortsvereine“ in Apen, Zwischenahn und Westerstede sind ebenfalls eine Ansage. Zumal man in den kommenden Monaten in den anderen drei Gemeinden weitere Strukturen aufbauen will.
Der Demokratie tut Konkurrenz gut. Gut ist auch, dass man so manchen politischen Neuling (in der zweiten Reihe) dabei hat. Dass sich Menschen für ihren Ort, ihre Mitbürger engagieren wollen, kann man nur begrüßen.
Die anderen Fraktionen sollten die neue Konkurrenz als Weckruf verstehen. Personell und inhaltlich gibt es nämlich bei den Etablierten durchaus Luft nach oben. Frauen findet man wenig bis gar nicht, das gilt auch für die Altersgruppe U 40.
Allerdings muss auch die neue Wählergemeinschaft aufpassen. Wer überdreht mit Versprechungen an die Menschen, wer gar auf die Populismus-Karte setzt, wird sich nicht als seriöse neue Kraft etablieren können. Aber: Man muss in seinen Aussagen und Positionen auch konkret werden. Da sind „Wir Ammerländer“ zum Start noch mit vielen Allgemeinplätzen unterwegs. Das dürfte indes nur eine Frage der Zeit sein. Lukoschus hatte im Westersteder Rat unlängst Duftmarken gesetzt. Krippengebühren wolle er perspektivisch abschaffen, hieß es da.
Der Vorwahlkampf wird also bald an Fahrt aufnehmen.
Jasper Rittner über die neue Wählergemeinschaft
