Lange war es am Küstenkanal erstaunlich ruhig geblieben. Auch nach der schlechtesten Hinrunde der Vereinsgeschichte in der Regionalliga bekam das Trainerduo Jouke Faber und Olaf Blancke noch ihre Chancen – Chancen, die sie aber nicht nutzen konnten. Die 1:2-Pleite in Hannover brachte das Fass zum Überlaufen. Nun soll es erneut Ansgar Schnabel richten, der bereits in der Vorsaison nach der Trennung von Key Riebau die Mannschaft für vier Partien interimsmäßig übernommen hatte.

Jetzt muss das Team unter neuer Führung zeigen, dass es die nötigen Fähigkeiten für das Überleben in der Regionalliga besitzt. Zu sagen, dass bisher alles in dieser Saison falsch gelaufen ist, wäre aber zu einfach. Gerade zu Saisonbeginn setzte das Team das offensiv ausgerichtete Konzept von Faber und Blancke gut um, scheiterte aber immer wieder an der eigenen Chancenverwertung. Ein gefährlicher Trend, denn so war das Team eigentlich spielerisch besser drauf, als es zum Beispiel die magere Ausbeute von fünf Punkten nach fünf Spieltagen aussagte.

Wie so ein Negativtrend im schlimmsten Fall enden kann, erlebte der VfB Stuttgart in der Saison 2015/2016. Unter Trainer Alexander Zorniger spielte das Team einen erfrischenden Offensivfußball, vergaß dabei aber, entsprechend zu punkten. Nach zehn Punkten aus 13 Spielen war für Zorniger Schluss, auch der Trainerwechsel zu Jürgen Kramny brachte nicht den erhofften Aufschwung. Das Team stieg am Ende aus der Bundesliga ab – eine Parallele, auf die man in Jeddeloh sicherlich gerne verzichten würde.

Lars Puchler über den Saisonverlauf in Jeddeloh