Privatisierung von Unternehmen kann durchaus sinnvoll sein. Es gibt viele Beispiele, dafür, dass unser Staat nicht gerade der beste Unternehmer ist. Bei der Post ist die Privatisierung jedoch gründlich in die Hose gegangen.
Während sich der Aktienkurs seit dem Börsengang fast verdoppelt hat, hinterlässt das einstige Staatsunternehmen in vielen Ortszentren Brachen. Die Postbank ist zu einem Anhängsel der Deutschen Bank mutiert. Und der ehemalige Fernmelde-Bereich, heute Telekom, vergisst beim Ausbau moderner Funknetze regelmäßig den ländlichen Raum. Unsere Kommunen dürfen zudem mit knappem Steuergeld die Lücken der Internet-Infrastruktur schließen.
All das können wir leider nicht rückgängig machen. Deshalb gilt in Westerstede jetzt der Blick nach vorn. Gesucht werden intelligente Ideen für das Postgelände in der Innenstadt. Wenn es gelingt, auf diesem Filetstück einen Investor mit einem guten Konzept anzusiedeln, dann könnte Westerstede am Ende vielleicht sogar noch von der Post-Posse profitieren.
Jasper Rittner über den Weggang der Post aus Westerstede.
