Sich von seiner erfolgreichsten Torjägerin zu verabschieden ist ein immenses Risiko. Mit 6,8 Toren im Schnitt ist Angie Geschke die drittbeste Werferin der Liga – für einen Club auf Platz neun eine sehr wertvolle Spielerin. Zweitbeste Oldenburgerin ist Myrthe Schoenaker (4,1 Tore im Schnitt) auf Rang 22, drittbeste Kim Birke (3,8), die ebenfalls keine Zukunft im VfL-Bundesligateam hat. Es deutet sich ein Abschlussproblem im VfL-Angriff an.
Dieser Schritt kann aber auch eine Chance sein. Als langjährige Leistungsträgerin hat Geschke oft die Verantwortung sowie das Team getragen. Mitunter stand und fiel das VfL-Spiel aber mit ihrer Tagesform. Ohne den exponierten Star entwickelt sich aber womöglich ein stärkerer Teamgeist, ein neues Wir-Gefühl. Außerdem haben die jungen Spielerinnen die Chance, in den Vordergrund zu treten, Verantwortung zu übernehmen. Letzteres wird jemand tun müssen. Glaubt man Trainer Niels Bötel, kann das aber Myrthe Schoenaker bereits besser – zumindest im Sinne der Mannschaft.
Der Teamgeist allein aber wirft keine Tore – und so souverän wie Geschke trifft im jetzigen Kader fast keine den Kasten. Da muss also schnell Verbesserung her – sei es durch Zugänge oder durch mehr Selbstvertrauen bei den aktuellen VfL-Spielerinnen.
Mathias Freese über die Trennung des VfL Oldenburg von Angie Geschke
