Der Protest der Landfrauen ist völlig richtig. Es ist unverständlich, dass den Patientinnen eine Krebsvorsorge ab einem bestimmten Alter nur noch bei akutem Bedarf zur Verfügung steht. Dass die aktuelle Vorgehensweise unter Umständen dazu führen könnte, dass ein Tumor bei Frauen unter 50 und über 69 Jahren zu spät erkannt wird, ist hausgemachte Not. Viel mehr muss sichergestellt sein, dass keine Hemmschwelle besteht, einer Frau ohne großen Aufhebens im Zweifelsfall ein Screening zu ermöglichen. Dass dann noch Frauen, die bereit sind, für ein Screening zu zahlen, ohne eine Überweisung nicht eine solche Möglichkeit eingeräumt wird, ist noch weniger verständlich.
Daher stellt sich nicht die Frage, ob die Initiative „Mammo bis 75“ der Landfrauen und der Gleichstellungsbeauftragten unterstützenswert ist. Hier ist die Politik gefordert den Sorgen der Bürger zu begegnen. Und auch Frauen im Alter von 35 Jahren können an Brustkrebs erkranken. Eine Herabsetzung der Eintrittsgrenze von 50 Jahren wäre der folgerichtige nächste Schritt. Fraglich ist allerdings, ob die Arztpraxen und Radiologien dem wohl möglich steigenden Aufkommen gewachsen sind. Derartige Bedenken müssen ernst genommen werden und bei Bedarf muss gehandelt werden.
Daniel Schumann über die Initiative „Mammo bis 75“. Die Landfrauen sammeln Unterschriften, um die Altersgrenze für die Screenings heraufsetzen zu lassen.
