Es mutet befremdlich an, auf den gewohnten einsamen Waldrunden plötzlich alle paar Meter auf Gegenverkehr zu stoßen und statt Blätterrauschen und Vogelgezwitscher nun menschliche Laute im Überfluss wahrzunehmen. Vermutlich sind viele derer, die vor Corona ganz regelmäßig im Hasbruch unterwegs waren, in den vergangenen Wochen unverrichteter Dinge wieder umgekehrt, wenn sie die rappelvollen Parkplätze am Waldrand sahen.
Die neue Liebe der (schwerpunktmäßig auswärtigen) Ausflügler zur Natur verwundert ein wenig – steht der Wald doch Spaziergängern ganzjährig zur Naherholung offen. Jedoch gilt es die Regeln der Hausherren zu beachten. Dass die Niedersächsischen Landesforsten auf Einhaltung drängen, ist ihr gutes Recht.
Im Besucheransturm auf den Wald liegt aber vielleicht –trotz allen Ärgers über das Fehlverhalten Einzelner – auch eine Chance: Manch einer der neuen Gäste dürfte im Aufenthalt in der Natur mehr sehen als bloß ein Alternativprogramm zu Netflix und Co. in Krisenzeiten. Ein Bewusstsein für die Umwelt entwickeln zu können, setzt voraus, diese überhaupt erstmal mit allen Sinnen erfahren zu haben.
Karoline Schulz zum Fehlverhalten von Waldbesuchern
