Immer weniger Dörfer haben ihre Dorfkneipe. Treffpunkte, wo Neubürger und Alteingesessene wirklich zusammenkommen, gibt es auch immer weniger. Und Vereine als Bindeglied im Ort haben es zunehmend schwieriger. Wenn es darum geht, wer ein Amt übernimmt oder etwas organisiert, finden sich kaum noch Freiwillige.
Im Zeitalter des Internets geht der Trend klar zur Individualisierung. Man befindet sich in seiner Filterblase und lädt allenfalls mal die Nachbarn rechts und links zum Grillen ein. Viele Menschen in Neubaugebieten kennen ihren Ort nur rudimentär. Man pendelt zur Arbeit, lebt sonst in seinen vier Wänden.
Nachbarschaft braucht aber Anlässe, bei denen ein ganzer Ort, ein ganzes Viertel sich trifft. Das waren früher Schützenfeste, doch davon gibt es auch immer weniger.
Geblieben sind eigentlich nur die Osterfeuer. Doch auch denen geht es langsam an den Kragen. Schlecht für die Umwelt, klagen die einen. Gefährlich für Tiere, argumentieren andere. Und die ehrenamtlichen Organisatoren müssen sich mit immer neuen Auflagen herumschlagen.
Dass Osterfeuer (oder anderes Brauchtum) wichtig sind fürs Kennenlernen, für den Austausch und fürs Gemeinschaftsgefühl sind, wird da schnell vergessen. Ohne solche Treffpunkte stirbt erst die Tradition und dann der Zusammenhalt.
Jasper Rittner hält Osterfeuer für einen wichtigen Brauch
