So ein Parteitag in Präsenz wirkt scheinbar wie ein Jungbrunnen. Austausch auf Augenhöhe, ein Podium für Ideen und Argumente und ein hoher Grad an öffentlicher Aufmerksamkeit sind garantiert.

Die Niedersachsen-SPD hat ihre Chance in Hildesheim genutzt. Geschlossen geht sie in Richtung Bundestags- und Kommunalwahlen. Landesvorsitzender Stephan Weil, mit einem sehr guten Ergebnis im Amt bestätigt, präsentierte sich angriffslustig wie selten. Viele Aussagen zur Pandemie hat er so oder ähnlich schon im Niedersächsischen Landtag vorgetragen. Im „Stresstest“ des Hildesheimer Parteitags klang das gleich ganz anders. Etwa als es um die Bewältigung der Pandemie oder um die Tarifbindung in der Pflege ging.

Dass sich Weil für den SPD-Kanzlerkandidaten Olaf Scholz, in Hildesheim übrigens nicht anwesend, in die Bresche schlug, überraschte kaum. Aber schon eher, wie der Niedersachsen die Punkte „Verlässlichkeit und Fortschritt“ für seine Partei ausspielte. Keine Frage: Die SPD hat ihren Führungsanspruch im Land untermauert. „Abschenken“ will sie Wahl im Herbst nicht.

Stefan Idel
Stefan Idel Landespolitischer Korrespondent