Es ist keine besonders rosige wirtschaftliche Zukunft, die die führenden Wirtschaftsforschungsinstitute für die kommenden Jahre voraussehen. Rezessionsphasen, Stagnation oder mageres Wachstum und die Gefahr einer anhaltend höheren Inflation – das ist der Cocktail, der angesichts der Demografie, der weltweiten Klimakrise und der notwendigen Dekarbonisierung in der zweiten Hälfte des Jahrzehnts in Deutschland zu erwarten sei.
Da fällt die Prognose für die nähere Zukunft im Vergleich noch geradezu tröstlich aus: Die rückläufigen Energiepreise und höheren Tariflöhne helfen, dass die Wirtschaft in diesem Jahr etwas mehr zulegen kann als bisher angenommen. Und weil die Preise weiter sinken dürften, sind laut der Prognose 2024 immerhin 1,5 Prozent Wachstum drin.
Dem Finanzminister empfehlen die Institute, seinen Kurs durchzuhalten und die Schuldenbremse unbedingt einzuhalten. Das dürfte im aktuellen Haushaltsstreit Wasser auf die Mühlen von Christian Lindner sein. Konjunkturprogramme würden die Inflation nur anheizen.
Dem Wirtschaftsminister rufen sie zu, dass er seine Idee eines staatlich heruntersubventionierten Industriestrompreises besser fallen lassen soll: Die Dekarbonisierung kann nur funktionieren, wenn der Preismechanismus eben nicht an entscheidender Stelle außer Kraft gesetzt wird. Energieintensive Firmen müssten dann eben dem Strukturwandel zum Opfer fallen – so brutal sind Ökonomen. Dazu wird die Regierung aber nicht den Mut haben.
