Dinslaken, Wolfsburg, Berlin. Und Europas Dschihadisten-Hochburg Belgien gleich nebenan. Die Terrorzellen in der Nachbarschaft. Die Anschläge in Paris haben offenbar auch die Ermittler alarmiert. Mögen die Großeinsätze gegen die Helfer und Helfershelfer auch offiziell lange vor den Pariser Anschlägen vorbereitet gewesen sein – an einen Zufall mag man kaum glauben. Es ist gut, wenn die Ermittler jetzt noch genauer hinschauen und entschlossen reagieren. Schließlich sehen Experten in Trittbrettfahrern und Nachahmungstätern aktuell eine große Gefahr.

Immer mehr junge Muslime aus dem Westen, auch aus Deutschland, reisen in die Ausbildungslager des Islamischen Staates und von Al Kaida, werden zu unberechenbaren Kämpfern gedrillt und wollen ihren Krieg auch auf den Straßen und Plätzen hierzulande austragen. Inzwischen hat sich die Zahl der Islamisten, die aus Deutschland in den Irak und nach Syrien ausreisen, weiter deutlich erhöht. Die Sicherheitsbehörden gehen von mehr als 600 aus.

Mitten in der Hauptstadt, nicht weit von Kanzleramt und Innenministerium entfernt, sitzt eine Terrorzelle, gewaltbereite Islamisten, die Hass predigen, Gewalt lehren und Kämpfer für den Krieg in Syrien rekrutieren. Und ausländische Geheimdienste warnen vor drohenden Anschlägen auf Bahnhöfe wie in Berlin und Dresden und die islamkritischen Pegida-Demonstrationen.

Die Gefährdungslage ist längst nicht mehr nur abstrakt hoch wie es von den Verantwortlichen in der Regierung und in den Behörden heißt. Sie ist sehr konkret. Bundesinnenminister Thomas de Maizière warnt zwar vor Panik, räumt aber gleichzeitig ein, dass Deutschland bisher vor allem Glück gehabt habe. Für allzu große Gelassenheit ist jetzt nicht die Zeit. Äußerste Wachsamkeit und Entschlossenheit sind das Gebot der Stunde.