Der deutsche Ausstieg aus der Kernenergie wird zwar von einer breiten Bevölkerungsmehrheit getragen; doch für einige Landesregierungen und für die Bundesregierung dürfte seine Einleitung noch ein teures Nachspiel haben: Energieriesen klagen gegen das hastige Vorgehen auf politischer Ebene nach der Katastrophe im japanischen Fukushima 2011. Der Eon-Konzern prescht mit konkreten Schadenersatzforderungen gegen die Länder Niedersachsen und Bayern sowie das Bundesumweltministerium vor. Es geht immerhin um 250 Millionen Euro.

Diesen Weg zu beschreiten – das ist betriebswirtschaftlich nachvollziehbar. Schließlich mussten die Kernkraftwerke Unterweser im Oldenburger Land und Isar I in Bayern sehr kurzfristig – eher binnen Tagen als Monaten – auf Betreiben des Bundes stillgelegt werden. Dies geschah trotz gültiger Betriebsgenehmigungen, ohne akute Gefährdung der Bevölkerung. Diese Vorgehensweise rechtlich überprüfen zu lassen, das ist schon in Ordnung.

Rüdiger zu Klampen
Rüdiger zu Klampen Wirtschaftsredaktion (Ltg.)