Peinlicher Patzer oder versuchte Irreführung? Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel muss die bisherige Darstellung seiner Gespräche im Vorfeld der von ihm erteilten Ministererlaubnis zur Übernahme von Kaiser’s Tengelmann durch den Supermarkt-Riesen Edeka korrigieren. De facto ist die Genehmigung für den Deal bereits Makulatur, weil das Oberlandesgericht Düsseldorf sie gekippt hat. Bereits das war ein schwerer Tiefschlag für Gabriel. Umso peinlicher, dass er nun einmal gemachte Angaben zu den Gesprächen während des Kartellverfahrens richtigstellen muss. Ausgerechnet in jener Pressekonferenz, in der er den Richtern von Düsseldorf schlechte Recherche und falsche Tatsachenbehauptungen vorgeworfen hatte, sagte er nicht die ganze Wahrheit. Politisch steht Gabriel, der wohl als Kanzlerkandidat für die SPD ins Rennen gehen wird, vor einem Scherbenhaufen. Sein Bemühen um die Sicherheit Tausender Supermarktjobs war zwar ehrenhaft, aber nicht erfolgreich. Und er muss sich als Wirtschaftsminister den Vorwurf gefallen lassen, schwere handwerkliche Fehler gemacht zu haben.