Ende der guten Nachrichten! Die Krankenkassenbeiträge sind zu Jahresbeginn deutlich gestiegen und zwar nicht für einige wenige, sondern für das Gros der Versicherten – 44 Millionen Menschen insgesamt. Noch gibt es beachtliche Rücklagen, im Gesundheitsfonds, aber auch bei einzelnen Krankenkassen. Doch die Ausgaben steigen bereits seit Längerem stärker als die Einnahmen – was besonders die Kassen mit vielen älteren, häufiger kranken Mitgliedern und geringerem Finanzpolster hart trifft.
So erklären sich die enormen Unterschiede zwischen den Kassen beim Anstieg der Zusatzbeiträge. Man stelle sich vor, wie die Lage wäre, wenn wir nicht Rekordbeschäftigung und die Kassen überhaupt keine Finanzpolster mehr hätten. Wenn sowohl Gesundheitsökonomen als auch die Krankenkassen jetzt vor weiter deutlich steigenden Beiträgen für die Versicherten warnen, ist das kein Alarmismus, sondern Realismus. Das eigentliche Problem ist aber nicht die Einnahmen-, sondern die Ausgabenseite des Gesundheitssystems. Die Große Koalition hat in den letzten Jahren milliardenschwere Gesetze aufgelegt – besonders für Ärzte und Kliniken. Auch die Arzneimittelausgaben steigen weiter rasant an. Union und SPD tun gut daran, jetzt eine wirksame Kostenbremse zu entwickeln. Sonst kommt die nächste böse Überraschung für die Versicherten 2017 – ausgerechnet im Jahr der Bundestagswahl.
