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Krieg in Gaza Verdrehte Realitäten

Friedemann Diederichs Büro Washington
Abrichtung zu Hass und Mord: Kinder werden in einem militärischen Übungslager der Hamas an Waffen ausgebildet. Aufnahme vom Juni 2021.
Kommentar

Abrichtung zu Hass und Mord: Kinder werden in einem militärischen Übungslager der Hamas an Waffen ausgebildet. Aufnahme vom Juni 2021.

dpa

Der Krieg in Gaza hat zuletzt jede Menge Wortmeldungen von Politikern und UN-Persönlichkeiten produziert, die alle denselben roten Faden aufweisen: Sie nehmen Israel unter Beschuss und verdrehen teilweise die Realitäten bis ins Absurde.

Die Aussagen von US-Präsident Joe Biden und seinem Außenminister Antony Blinken sind dabei noch eher harmlos. Sie unterstellen – mit Blick auf die Stimmungslage progressiver Wähler – mit ihren Worten, dass Israel in Gaza „viel zu viele Zivilisten“ getötet habe. Beweise bleiben sowohl Biden wie Blinken schuldig. Sie verlassen sich auf die Hamas-Angaben, bei denen nicht zwischen Terroristen, Unterstützern und tatsächlich „Unschuldigen“ unterschieden wird. So taucht in der Hamas-Statistik ein UNRWA-Angestellter auf, der am 7. Oktober 2023 in einem Kibbuz die Leiche eines Israeli in einen Wagen geladen und nach Gaza entführt hatte. Dieser Terrorist wurde später von Israel eliminiert.

Reiner Antisemitismus

In die Kategorie der professionellen Antisemiten fällt heute dagegen die UN-Sonderberichterstatter für Gaza und das Westjordanland, Francesca Albanese. Sie verbreitet die haarsträubende These, Israel habe überhaupt kein Recht auf Selbstverteidigung gegenüber der Hamas. Ihr zufolge hätte der jüdische Staat den Massenmord im Oktober tatenlos hinnehmen müssen.

Den Vogel schoss Brasiliens Präsident, der Sozialist Lula da Silva, ab. Seine Aussage, die Aktionen Israels in Gaza erinnerten ihn an den Genozid der Nazis gegenüber den Juden, sind im Prinzip nichts anderes als Volksverhetzung. Ausgerechnet Israel einen „Holocaust“ vorzuwerfen, ist an bösartiger Polemik nicht zu überbieten – zumal ja der jüdische Staat die Aggressionen nicht gestartet hatte.

Und der bei Israel-Hassern so populäre „Genozid“-Begriff? Von den 2,3 Millionen Menschen in Gaza sind – reduziert man die Hamas-Zahlen um den wahrscheinlichen Übertreibungsfaktor – gerade einmal ein Prozent bei den israelischen Militäraktionen ums Leben gekommen. Genozid sieht anders aus. Israel hat bei der Planung der Anti-Hamas-Offensive amerikanische Offiziere zugezogen, um sicherzustellen, dass auch der Bündnispartner die Bemühungen um den Schutz jener, die als „Zivilisten“ gelten könnten, begleiten kann.

Rechtfertigung des Terrors

Gern benutzt wird in den USA, aber auch von der unheilbar irregeleiteten Albanese das Argument: Die Hamas-Attacke war nur zwangsläufig, weil Israel den Palästinensern nie eine Vision für eine eigenständige Zukunft geboten habe. Diese Behauptung ist entweder bösartig oder im günstigsten Fall durch mangelnde Geschichtskenntnis begründet. Seit 2000 waren der Palästinenserverwaltung immer wieder Vorschläge für einen Friedensschluss und für Gebietszugeständnisse unterbreitet worden. Am folgenreichsten war wohl der vom US-Präsidenten Bill Clinton initiierte Camp David-Gipfel in 2000, auf dem Jassir Arafat ein großzügiges Angebot ablehnte und stattdessen dann die zweite „Intifada“ ausrief, bei der mehr als 1000 Israelis getötet wurden.

Auch damals wie heute wollte die große Mehrheit der Palästinenser tatsächlich nur eines: einen Genozid am jüdischen Volks und einen eigenen Staat, der das gesamte israelische Staatsgebiet umfasst.

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