In seiner Rede zur Lage der Nation hat Russlands Herrscher Wladimir Putin den westlichen Verbündeten der Ukraine mit dem Schlimmsten gedroht: Sollten westliche Militärkontingente, also Soldaten, in die Ukraine geschickt werden, hätte das für die „betreffenden Länder tragische Folgen“. Putin drohte zum wiederholten Male mit dem Einsatz von Atomwaffen. Er reagierte damit aber aktuell auf den Vorstoß von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron zur Option westlicher Soldaten in der Ukraine, so will Putin eine rote Linie ziehen. Einschüchtern mit dem Verweis auf Waffen, die bis Westeuropa fliegen können.

Es ist eine Horrorvorstellung, von der sich die politisch Verantwortlichen in Europa und der Nato jedoch nicht erpressen lassen dürfen. Denn die nukleare Abschreckung des Westens – allen voran die der USA – ist intakt. Zudem ist Putin seinerseits auf Verbündete angewiesen, die er mit dem Einsatz auch „kleinerer“, also taktischer Atomwaffen in der Ukraine wohl verlieren dürfte.

Zugleich müssen jedoch die Nato-Staaten und allen voran Deutschland, Frankreich und die USA zurück zu einer gemeinsamen Achse finden. Bröckelt die Unterstützung für die Ukraine mit Waffenlieferungen weiter und gibt es offenen Streit zwischen Regierungschefs wie zwischen Macron und Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) über die Abschreckungsoption von Bodentruppen in der Ukraine, ist das eine Ermunterung an Putin. Eine Ermunterung, seine imperialen Pläne immer weiter und mit immer neuer Brutalität voranzutreiben. Unabhängig von Putins Atomkrieg-Drohung muss der Westen endlich die Ukraine mit ausreichend Waffen und Munition versorgen, die sie zur Gegenwehr gegen die russischen Invasoren brauchen. Denn so absurd es klingen mag: Nur so gibt es eine Perspektive für Frieden.