Der Wertekanon der jungen Menschen ist größtenteils identisch mit dem der Erwachsenen: Anpassungs- und Leistungsbereitschaft, stabile Beziehungen, Halt und Orientierung in der Gemeinschaft. In einer Welt, die immer globaler und immer unübersichtlicher wird, ist der Begriff Mainstream, Massengeschmack also, kein Schimpfwort mehr, sondern ein Begriff, mit dem sich die Jugendlichen selbst charakterisieren. Sie sind immer online, mehr Internetzugänge und soziale Netzwerke gehen kaum.
Vielleicht ist es gerade diese digitalisierte Welt mit nahezu jederzeit abrufbaren Kontakten rund um den Globus, die die Sehnsucht nach Vertrautem beflügelt. Die aktuelle Sinus-Studie macht jedenfalls eines ganz deutlich: „Die Jugend von heute“ ist nicht rebellisch, unangepasst und unverschämt, sondern sie ist auf Kuschel-Kurs und versucht im Karussell der sich täglich überschlagenden Ereignisse ernsthaft ihren Platz zu finden – und sich ein eigenes Leben aufzubauen. Damit das gelingt, ist es vor allem wichtig, Kinder und Jugendliche ernst zu nehmen mit allen ihren Fragen, Bedürfnissen und vor allem auch ihrer Kritik an uns Erwachsenen, die wir uns täglich prüfen sollten, ob wir als gute Vorbilder bestehen können.
