Mit vollem Schub steuert die Lufthansa auf den größten Pilotenstreik der Konzerngeschichte zu. Doch während Streikenden in der öffentlichen Meinung hierzulande häufig zumindest Verständnis für ihre Forderungen entgegengebracht wird, verkennen die Piloten ihre Lage. Nicht nur, dass der Umfang des Streiks – noch dazu zu Beginn der Ferienzeit – alle Dimensionen sprengt. Auch Forderungen nach Gehaltssteigerungen von zehn Prozent und die Fortsetzung der komfortablen Übergangsversorgung passen nicht ins Bild, wenn an anderer Stelle im Konzern massiv gespart wird und Hunderte Stellen wegfallen sollen.
Schon jetzt ächzt die Lufthansa unter üppigen Zusagen aus der Vergangenheit und operiert im Vergleich zu den jungen und stark wachsenden Fluggesellschaften vom Persischen Golf mit zu hohen Kosten. Billigflieger haben dem Platzhirschen massiv Marktanteile abgenommen. Die Lufthansa-Piloten müssen aufpassen, dass sie sich mit ihren hohen Forderungen am Ende nicht selbst schaden.
