Beim Blick hinter die Kulissen des Museums Natur und Mensch tun sich menschliche Abgründe auf. Anwälte werden eingeschaltet, Personal wird eingeschüchtert, viele kündigen, andere werden krank oder mussten sich in psychologische Behandlung begeben, wie absolut glaubwürdige Informanten berichten.

Zerwürfnis mit Museumsleitung Hilferufe aus dem Oldenburger Landesmuseum

Thomas Husmann Oldenburg

Der anonyme Brief von Teilen der Belegschaft an das Kulturministerium sowie an unsere Redaktion und damit an die Öffentlichkeit ist ein Hilferuf, der höchsten Respekt verdient.

Die Angestellten haben nämlich bei ihrer Einstellung eine Verschwiegenheitserklärung unterschrieben. Wer riskiert, nun möglicherweise entlassen werden zu können, muss viel ertragen haben, um diesen Schritt in die Öffentlichkeit zu wagen.

Nach Paragraph 17 der Niedersächsischen Landeshaushaltsordnung sind Landesmuseen innerhalb des gesetzten Rechtsrahmens eigenständig. Sie erhalten ein festes Budget, mit dem sie eigenverantwortlich wirtschaften können.

Das gibt den Direktorinnen und Direktoren eine ungeheure Macht. Wer damit nicht umgehen kann, soziale Kompetenz in der Mitarbeiterführung vermissen lässt, ist fehl am Platz in einem Haus, das für die Öffentlichkeit gedacht ist.

Wenn zum Beispiel das Museum Natur und Mensch und das Museum für Kunst und Kulturgeschichte (organisatorisch ist das eine Einheit) sich an diesem Wochenende nicht an der Nacht der Museen beteiligen können, weil, wie es heißt, das Personal dafür fehlt, kommt das einem Offenbarungseid gleich.