Die zunehmende Überalterung der Gesellschaft zu beklagen, gehört zum klassischen Repertoire von Politikerreden. Und dann? Man muss nur den Experten auf dem diesjährigen Rettungskongress zuhören, um die Dramatik allein an einem kleinen Alltags-Ausschnitt zu erkennen. Wer auf dem Land lebt, hat künftig im medizinischen Notfall bedeutend schlechtere Karten für Sofortversorgung als in der Stadt. Doppelt so lange Anfahrtszeiten und entsprechend lange Rückwege zur nächsten Arztpraxis oder Klinik können das Leben kosten. Stirbt es sich auf dem Land bald schneller? Keine guten Aussichten.
Und was machen die Gesundheitspolitiker? Sie streiten sich mit den Rettungsdiensten über die Abrechnungsmodalitäten. Aus Europa gibt es ein paar kostenlose Ratschläge dazu. Wichtige Weichenstellungen aber werden zwischen Kassen, Kommunen, Landkreisen und Gesetzgeber hin und her geschoben – statt ein System für eine zukunftsfeste Hilfe im Notfall auf die Beine zu stellen.
