Wer auch immer in den letzten Tagen zahlreiche vertrauliche Dokumente aus den US-Geheimdiensten und dem Pentagon in sozialen Medien „geleakt“ hat, verbindet mit dieser strafbaren Aktion natürlich auch Absichten.

Was könnten diese Ziele sein? Wirklich klare Aussagen werden sich dazu erst machen lassen, wenn der oder die Täter ermittelt und festgenommen worden sind. Doch schon jetzt sind einige der Folgen absehbar. Die erste ist das Fazit, dass es die US-Regierung und Verantwortliche in den entsprechenden Diensten noch immer nicht geschafft haben, geheime Papiere abzusichern und deshalb wieder einmal schwach und inkompetent aussehen. Wo für einen „Leaker“ ein Wille ist, ist offenbar auch immer ein Weg. Und das wird sicher dazu führen, dass die Vertrauensbasis zwischen der Weltmacht und den Verbündeten, darunter auch die Ukraine, unterminiert wird.

Auch wenn die Authentizität aller Papiere noch nicht hundertprozentig sicher ist und möglicherweise das eine oder andere Dokument für maximale Wirkung manipuliert wurde, so dürften doch vor allem Moskau und Peking von den gewollten Indiskretionen und der Unruhe bei den USA und ihren Alliierten profitieren.

Beim Informationsaustausch zwischen Washington und den befreundeten Staaten wird man sich auf beiden Seiten nun häufiger als bisher fragen: Ist das, was von dem Partner kommt, verlässlich – oder vielleicht durch jene gefälscht, die nun so viel Geheimes aus dem militärischen Bereich auf Internet-Plattformen lancierten? Für die zukünftige Kooperation des Westens untereinander und mit Kiew sind dies jedenfalls schlechte Voraussetzungen.