Das parlamentarische Leben der vielfach umbenannten SED geht dem Ende entgegen. Endlich. Ein Überrest des real existierenden Sozialismus verschwindet aus dem Bundestag. Hoffentlich für immer. Tränen sind unangebracht.

Sie hieß zunächst SED, dann SED/PDS, danach PDS, schließlich Linkspartei.PDS und am Ende Die Linke. Immer aber war sie Auffangbecken ewig Gestriger: In den neuen Ländern sammelten sich die alten Profiteure des Systems unter ihren Fahnen, im Westen fand so mancher DKP-Kader dort eine neue Heimat. Der jährliche Januar-Aufmarsch in Berlin erinnert so auch an eine Geisterbahn.

Dietmar Bartsch, Fraktionsvorsitzender der Partei Die Linke, wartet auf den Beginn der Fraktionssitzung der Linken im Bundestag. In der Sitzung will „Die Linke“ über ihre Auflösung als Fraktion beraten.

ZUM 6. DEZEMBER Linksfraktion im Bundestag beschließt ihr eigenes Ende

Berlin

Mehr noch als die Parteibasis blieb die Ideologie marxistischem Kollektivismus verhaftet. Planwirtschaft und ökonomische Unfreiheit sind Markenkern. Das hinderte die Partei nicht, wie ein Schwamm woken, identitätspolitischen Firlefanz, den Schlamm der Postmoderne, aufzusaugen. Autoritäres Denken zieht sich eben gegenseitig an.

Auch wenn die Fraktion und über kurz oder lang hoffentlich auch die Partei verschwinden, verschwindet solches Denken nicht. Mit einer wie auch immer benamten „Wagenknecht-Partei“ bleibt Deutschland vulgärer linker Kollektivismus erhalten – wenn auch vielleicht ohne postmoderne Schleifchen.

Dr. Alexander Will
Dr. Alexander Will Mitglied der Chefredaktion (Überregionales), Leiter Newsdesk