Erst der indischstämmige Investmentbanker Anshu Jain, dann der britische Sanierer John Cryan und nun der Westfale Christian Sewing. Will man den Wechsel an der Spitze der Deutschen Bank positiv deuten, könnte man von einer Rückkehr zu den Wurzeln sprechen. Ein Eigengewächs, das sich vom einfachen Filialmitarbeiter bis ganz nach oben gearbeitet hat, als Hoffnungsträger beim größten deutschen Geldhaus. Will man die die Personalie negativ deuten, könnte man nach der Absage mehrerer externer Kandidaten auch von einer Notlösung sprechen.
Unabhängig von der Deutung sind die Herausforderungen groß. Teure Skandale, drei Verlustjahre in Folge, der Börsenkurs auf Talfahrt: Die Deutsche Bank steckt in der größten Krise in ihrer Geschichte. Und eine schnelle Wende ist nicht in Sicht: Im Kapitalmarktgeschäft hat sie den Anschluss an die US-Banken verloren, im Privatkundengeschäft tut sie sich gegen Sparkassen und Genossenschaftsbanken schwer. Sewing steht vor einer Mammutaufgabe.
