Sein Sieg könnte den Aufschwung der Populisten Europas stoppen. Wenn Emmanuel Macron am 7. Mai tatsächlich die französische Wahl für sich entscheidet, wäre dies die dringend notwendige Stärkung eines geschwächten Projekts – der europäischen Integration. Denn der junge Präsidentschaftsanwärter hat nicht nur Ideen für sein eigenes Land, das er als Staatsoberhaupt der Mitte regieren will, sondern auch für die EU selbst.

Macron sieht die Weiterentwicklung der Gemeinschaft in einer Stärkung der Eurozone, die ein eigenes Parlament bekommen soll. Der 39-Jährige scheint die Schwächen des europäischen Konstrukts erkannt zu haben und will sie ausmerzen. Während das deutsch-französische Tandem unter Noch-Präsident François Hollande und Bundeskanzlerin Angela Merkel nicht gerade Hochzeiten erlebte, könnte sich dies mit einem unerschrockenen jungen Reformer in Paris ändern. Dafür spricht der öffentliche Rückhalt Schäubles für Macron, aber auch von Außenminister Sigmar Gabriel (SPD), den mit Macron eine Freundschaft verbindet. Während sich Frankreich unter Hollande bei der Aufnahme von Flüchtlingen eher zurückhielt, begrüßte der parteilose Präsidentschaftskandidat schon in seinem Wahlkampf die Flüchtlingspolitik der Kanzlerin.