Normalerweise erhoffen sich Messen durch die Wahl eines prominenten Partnerlandes zusätzlichen Schwung. Bei der bevorstehenden Hannover Messe hat man jedoch den Eindruck, dass es eher umgekehrt ist. Nicht die weltgrößte Industrieschau ist auf etwas Glanz durch den diesjährigen Partner Indien angewiesen. Vielmehr erhofft sich das Land am Ganges einen Schub für das zuletzt eher schwächelnde Geschäft mit Deutschland.

Zwar versprüht die weltgrößte Demokratie eine enorme Aufbruchstimmung. Doch ein hohes Maß an Bürokratie und die vielerorts anfällige Infrastruktur haben ausländische Investoren zuletzt eher verschreckt.

Dabei wäre es wünschenswert, wenn die Hannover Messe einen Beitrag dazu leisten könnte, die Wirtschaftspartnerschaft wieder in Schwung zu bringen. Denn in einer zunehmend fragilen Welt, in der mancher Markt durch Kriege oder Sanktionen wegzubrechen droht, können gute Beziehungen zu einem wirtschaftlich ambitionierten, demokratischen und weitgehend stabilen Land Gold wert sein.

Jörg Schürmeyer
Jörg Schürmeyer Thementeam Wirtschaft