Keine Mitnahme von Messern in Bussen und Bahnen. Das fordert Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD). Kontrollierbar wäre ein solches Verbot allerdings nicht. Der Vorschlag ist ein Schuss in den Ofen.
Im Flugzeug dürften ja auch keine Messer mitgenommen werden, sagt die Innenministerin. Ein Vergleich, der mehr als nur ein bisschen hinkt. Wer ein Flugzeug betreten will, kommt um eine Sicherheitskontrolle nicht herum. Körper-Scan, Röntgen des Gepäcks, Abtasten. Hier ein Messer durchzuschmuggeln ist äußerst schwierig – wenn auch nicht gänzlich unmöglich, was mir ein in der Tasche vergessenes und erst nach dem Flug wiedergefundenes Taschenmesser einst bewies.
Busse lückenlos kontrollieren?
An Bahnhöfen findet ein solcher Sicherheits-Check nicht statt. Das ist auch gar nicht möglich. Wo sollte bitte schön das entsprechende Personal herkommen? Der Bedarf wäre immens – immerhin gibt es in Deutschland deutlich mehr Bahnhöfe als Flughäfen. Gerade bei der Vielzahl kleiner Bahnstationen ist die Vorstellung utopisch. Personen- und Gepäckkontrollen in Varel, Bad Zwischenahn oder Hude? Ein schlechter Witz!
Vielleicht ein Aufkleber?
Dann vielleicht ein Hinweis an der Zugtür? Weil das ja bei den Klebchen „Keine Mitnahme ohne gültige Fahrkarte“ und „Keine Mitnahme ohne Maske“ so richtig gut funktioniert hat. Man erinnere sich an den „oben ohne Look“ zu Pandemie-Zeiten, bei dem die Maske stets unter der Nase getragen wurde. Ähnlich liefe es auch hier. Messer würden trotz Verbot mitgenommen. Motto: Wo kein Kläger, da kein Richter.
Ein solches Verbot würde zudem lediglich Symptome bekämpfen. Die Ursachen müssten jedoch behandelt werden. Woher kommt die Aggressivität? Ist ein Mensch psychisch labil und wenn ja: Wie kann ihm geholfen werden? Wo mangelt es an Aufklärung? Das sind Fragen, auf die eine Innenministerin Antworten finden muss. Ein Messer-Verbot in Bussen und Bahnen ist jedenfalls keine.
